Wie tief man durch das Internet fallen kann
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Täglich sitzt man am PC. Spielt, mailt, bietet bei Auktionen mit oder surft einfach nur durch das Netz. Kaum einer stellt sich je die Frage, ob er vielleicht schon süchtig ist.
So steigt die tägliche Onlinezeit bei vielen sehr schnell, und auch für sie selbst, unbemerkt an. Meist sind es erst die Freunde, die einen darauf ansprechen. Man selber hat vielleicht gerade nicht die "Lust" darüber zu reden und genau das sollte einem schon zu denken geben. Man reagiert ablehnend, verschiebt wichtige Erledigungen auf den nächsten Tag und auch der Weg zur Arbeit fällt einem nicht mehr so leicht oder wird nicht mehr eingeschlagen.
Sicher ist es bequemer einfach zu Hause zu bleiben und sich vor den Rechner zu setzen. Schließlich gibt es ja Ärzte, die nicht einmal bemerken, wenn Ihre Patienten simulieren und Ihnen dann einen gelben Schein mitgeben.
Vor kurzem kam eine junge Frau in unseren Irc-Channel. Wir unterhielten uns und sie erzählte uns, wie sie vor nicht allzu langer Zeit das Internet und seine Tücken kennen lernte.
Alles fing mit einem Chat an, indem man täglich neue Leute kennen lernte, woraus sich auch diverse Sympathien entwickelten, gegen die nicht angekämpft werden sollte. Warum auch? Telefonate mit Freunden wurde - wenn überhaupt - recht kurz gehalten. Das Treffen mit der Freundin wurde immer und immer wieder verschoben und auch die Mutter wurde an Tagen wie den Muttertag fast vergessen, wenn der Muttertag nicht zufällig im Radio erwähnt wurde. Die Arbeit wurde zur Nebensache. Wichtig war der Chat.
Später kamen diverse Browsergames, die den Chat ablösten. Die Arbeit wurde ganz vergessen. Alle Dinge, die für uns völlig normal und alltäglich sind, waren einfach Nebensache. Das führte letztendlich dazu, dass sie die Arbeit verlor und Ihre Katze abgeben musste, weil sie die Katze nicht mehr ernähren konnte. Das Leben - so schrieb sie selbst - wurde teilweise auf Lügen aufgebaut: